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Bildenzyklopädien des frühen 16. Jahrhunderts – Neuerscheinung

In einer Gesellschaft wie unserer, die vom Bild beherrscht, ja oft besessen ist, lohnt der Blick auf frühere Epochen, als die Menschen neue Strategien im Umgang mit figürlichen und anderen Darstellungen als Werkzeugen des Wissens entwickelten. Um das Jahr 1524 schuf ein Passauer namens Benedictus Rughalm zwei handschriftliche Enzyklopädien, die heute in der Universitätsbibliothek Erlangen und in der Biblioteka Jagiellońska in Krakau aufbewahrt werden. Die beiden spektakulären Stücke liefern ein Panoptikum des Wissens ihrer Zeit. Rughalm griff vor allem auf gedruckte Zyklen von Bildern zurück. Astronomie, Medizin, Musik, aber auch Kampfkunst, Magie, Architektur und Handwerk zogen seine Aufmerksamkeit auf sich und wurden in zahlreichen kolorierten Handzeichnungen dargestellt (das umfangreichere Erlanger Exemplar enthält mehrere hundert davon). In der nun erschienenen, reichlich bebilderten Veröffentlichung wird der Platz dieser faszinierenden Bildenzyklopädien im frühen 16. Jahrhundert erläutert (Text der Publikation auf Französisch).

Michele C. Ferrari

Art de l’enluminure Nr. 76: Le monde en images. Une encyclopédie bavaroise au début du XVIe siècle

Weitere Informationen zur aktuellen Erforschung beider Bildenzyklopädien siehe hier.