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Lehrstuhl

Kategorie: Aktuelles, Lehrstuhl

Die Schöpfung der Welt, die Sieben Weltwunder, aber auch den Ringkampf und die Geburtshilfe: Die Universitätsbibliothek in Erlangen beherbergt eine Handschrift, welche eine Enzyklopädie in über 300 Bildern enthält (Erlangen, Universitätsbibliothek Ms. B 200). Diese wurde um 1525 in Bayern in einer Werkstatt geschaffen, in der auch eine zweite Handschrift (heute in Krakau) produziert wurde. Beide Manuskripte spiegeln die Interessen eines gebildeten Laienpublikums wieder, das die Welt im Bild erkundet – eine Welt, die in jenen Jahrzehnten durch den von den beiden Handschriften abgebildeten neuen Kontinent, Amerika, größer geworden war.

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Latein ging nicht mit dem Römischen Reich unter, sondern blieb auch noch in dem Jahrtausend danach das wichtigste Kommunikationsmedium der Literatur und der Wissenschaft im Abendland (Mittellatein). Die vermeintlich «tote Sprache» überlebte sogar das Mittelalter und behauptete sich bis in die Neuzeit hinein (Neulatein). Wir beschäftigen uns mit diesem gewaltigen Erbe und seinen Medien in Form von Handschriften und Drucken. Das Fach Mittellatein und Neulatein ist somit Sprach- und Literaturwissenschaft, aber zugleich auch Medien- und Kulturwissenschaft. Es steht im Zentrum der philologischen und historischen Studien über die westliche Kultur seit etwa 500 n.Chr. und ist stark international und interdisziplinär ausgerichtet.